Taschen-Saisonkalender zum Ausdrucken

Um lange Transportwege von Nahrungsmitteln zu vermeiden und so unseren ökologischen Fussabdruck zu reduzieren, ist es sinnvoll regional und saisonal einzukaufen. Doch da alle Obst- und Gemüsesorten zu jeder Jahreszeit immer verfügbar ist, ist es manchmal schwierig den Überblick zu behalten, was in Deutschland eigentlich grade wächst. Wir haben deswegen für euch einen Kalender entwickelt, den ihr euch selbst ausdrucken könnt und der in jede Tasche passt.

Abbildung des saisonkalenders in Farbe und Schwarz-Weiß

Hier könnt ihr den Kalender runterladen

Anleitung

  • Wenn ihr den Kalender ausdruckt, achtet darauf, dass er nicht von eurem Druckprogramm skaliert wird (siehe Foto).

Keine Anpassung der Seitengröße an das Papier einstellen

  • Der Kalender muss doppelseitig bedruckt werden. Wenn euer Drucker doppelseitig (Duplex) drucken kann, wählt die Option “Bindung kurze Kante aus”. Wenn euer Drucker nicht doppelseitig drucken kann, müsst ihr das Papier selbst noch einmal einlegen und so drucken, dass Vorder- und Rückseite so aussehen, wie in der Datei, wenn ihr das Blatt im Querformat anschaut und wendet (auf der Rückseite des Septembers muss z.B. der Juli sein).

Wie ihr den Kalender schließlich falten müsst, zeigen wir euch in diesem kurzen Video:

Wie aus Lebensmitteln Produkte wurden

„Zu gut für die Tonne“, eine Studie der Uni Stuttgart, ermittelte wie viele Lebensmittel in Deutschland weggeworfen werden. Außerdem versuchten die Autoren der Studie zu erklären, warum deutsche Privathaushalte so viele Lebensmittel wegwerfen (im Schnitt knapp 82 kg pro Jahr). Ein Grund sei das private Haushalte Lebensmittel nicht genügend zu schätzen wissen. Doch woran liegt das eigentlich?

Das Leben im Überfluss

In der Langfassung der Studie heißt es weiter, dass „Haushalte in der westlichen Welt […] in einer Konsum-, Überfluss- und Wegwerfgesellschaft [leben]“. Dies wirkt sich auch auf den Umgang mit Lebensmitteln aus. Durch die ständige Verfügbarkeit werden Lebensmittel für die Deutschen weniger wichtig, sind weniger wert.

Das macht sich auch am Preis bemerkbar. Da sich Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu einer Wohlstandsgesellschaft entwickelt hat, sind Lebensmittel für deutsche Haushalte vergleichsweise billiger geworden. Während Haushalte 1950 noch etwa 50 % ihres Haushaltsbudgets für Lebensmittel ausgaben, waren es 2012 nur noch knapp 11 %  des verfügbaren Einkommens.

Im Europa-Vergleich zahlen Deutsche sehr wenig für ihre Nahrung. Im Eurostat-Jahrbuch 2012 wurde ermittelt, dass nur Luxemburg (9,2 %), Großbritannien (9,4 %), Irland (9,8 %), Österreich (10,2 %) und die Schweiz (10,7 %) weniger ihres Haushaltsbudgets für Lebensmittel ausgeben. Wenn Nahrung die Haushaltskasse nicht mehr schwer belastet, tut auch das Wegwerfen nicht so weh.

In anderen europäischen Ländern, in denen das Wohlstandsniveau niedriger ist, wird deutlich mehr vom Haushaltsbudget für Nahrung ausgegeben. Den größten Anteil ihres Einkommens geben zum Bespiel Rumänen für Lebensmittel aus (29,1 %). In Entwicklungsländern geben Menschen sogar bis zu 80% ihres Einkommens für Nahrungsmittelaus.

Das wir Nahrung nicht mehr richtig zu schätzen wissen ist auch ein Generationenproblem. Menschen, die einmal Lebensmittelknappheit erlebt haben, gehen insgesamt sorgsamer mit Lebensmitteln um. Deshalb wissen nach 1950 geborene Deutsche Lebensmittel auch weniger zu schätzen. Menschen in Wohlstandsgesellschaften scheinen einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln zu verlernen. Dieses Problem wird sich wahrscheinlich noch verschlimmern. Spätestens wenn die Generation, die den zweiten Weltkrieg miterlebt hat, ausstirbt und ihre Erfahrungen nicht mehr an Kinder und Enkelkinder weitergeben kann.

Lebensmittel als Produkte

Lebensmittel im Supermarkt

Lebensmittel im Supermarkt sind häufig in Plastik eingepackt, alle entsprechen der Norm

Lebensmittel werden in deutschen Supermärkten außerdem zunehmend als rein industrielle Produkte präsentiert. Alle Karotten sehen gleich aus. Laut eines Spiegel-Artikels verlässt eine Fünftel der Ernte in Europa gar nicht erst den Bauernhof. Lebensmittel-Normen verhindern, dass Obst und Gemüse, das anders aussieht, im Supermarkt ankommt. Der Grund: nicht schön genug.

Deshalb findet man einen Apfel mit Delle im Supermarkt auch nicht und wenn doch, wollen ihn die meisten Kunden nicht haben. Obst und Gemüse sind oft steril  in Plastik verpackt. Zudem sind die Regale in den Supermärkten meist bis spätabends prall gefüllt und dank Globalisierung ist jedes Obst und Gemüse zu jeder Jahreszeit erhältlich. Eine Saison gibt es in deutschen Supermärkten nicht. Das führt dazu, dass der Verbraucher die Nahrung zunehmend als reines Industrie-Produkt wahrnimmt. Er verliert den Bezug dazu, wie Lebensmittel entstehen, woher sie kommen.

Lösung?

Ein Gegentrend könnte man in der Bio-Bewegung sehen. Verbraucher sind wieder bereit mehr Geld für ihre Lebensmittel auszugeben. Allerdings ist Bio mittlerweile in den Discountern angekommen. Auch hier werden Preise gedrückt, Obst und Gemüse werden in Plastik eingeschweißt. Oft überqueren die Lebensmittel auf dem Weg zum Verbraucher sogar Ozeane.

Der einzelne Verbraucher kann natürlich versuchen sich besser zu informieren. Er kann regional kaufen, vielleicht sogar direkt beim Hersteller. Habt ihr weitere Ideen, wie man dagegen vorgehen kann, dass sich Verbraucher zunehmend von ihrer Nahrung entfremden? Was können wir tun, damit Lebensmittel wieder mehr als das wahrgenommen werden was sie eigentlich sind – Mittel zum Leben? Auf eure Vorschläge sind wir gespannt!