Premiere am 26. + 27. April 2013!

Endlich ist es soweit! Die Reportage „We love food – Vom Feld in den Mund und was dabei auf der Strecke bleibt“ feiert Premiere im Kino Museum in Tübingen. Und ihr seid natürlich herzlich eingeladen! Die Macherinnen des Films werden natürlich anwesend sein und freuen sich auf spannende Diskussionen mit euch!

Hier nochmal der Trailer:

„We love food – Vom Feld in den Mund und was dabei auf der Strecke bleibt“ ist eine 30-minütige Reportage darüber, welchen Stellenwert Lebensmittel in unserer Gesellschaft haben. In verschiedenen Interviews kommen Menschen zu Wort, die mit Lebensmitteln arbeiten, über sie forschen oder einen besonderen Bezug zu ihnen haben.

So begleitet „We love food“ sechs Protagonisten auf einer persönlichen Ebene und dokumentiert ihren Alltag und Umgang mit Lebensmitteln: vom kochfaulen Studenten, über eine anonyme Mülltaucherin bis zum reflektierten Supermarktbetreiber sind viele Facetten vertreten. Die Begriffe Wertschätzung, Nachhaltigkeit und Bewusstsein stehen dabei im Vordergrund, frei nach dem Motto „Schätze dein Essen und mach dir Gedanken!“

Wie sich das für eine richtige Premiere gehört, gibt es natürlich auch einen Sektempfang und die Möglichkeit Ideen auszutauschen.

Nach „We love food” wird noch ein zweiter Dokumentarfilm gezeigt, der ebenfalls im Rahmen einer Masterarbeit an der Uni Tübingen entstanden ist. Der Dokumentarfilm „Ins Schwarze getroffen – Die deutsche Blindenfußball-Nationalmannschaft“ begleitet diese auf dem Weg zu ihrem wichtigsten Spiel gegen die Türkei im Jahr 2012. Mehr Infos findet ihr hier.

Programm:

Plakat18:00 Uhr: Begrüßung
18:15 Uhr: “We love food” (30 Min.) mit kurzem Gespräch mit den Filmemacherinnen
19:00 Uhr: “Ins Schwarze getroffen” (45 Min.) mit kurzem Gespräch mit den Filmemachern
20:00 Uhr: Sektempfang und Get-Together (nur am Freitag)

Die Filme werden exklusiv am Freitag, den 26. und Samstag, den 27. April im Kino Museum in Tübingen gezeigt. Eine Eintrittskarte, mit der ihr beide Filme ansehen könnt, kostet 7 Euro und garantiert einen abwechslungsreichen und spannenden Abend! (5 Euro für Kinder unter 12)

Wir freuen uns auf euch! Gerne könnt ihr euch bei unserer Facebook-Veranstaltung anmelden!

Anfahrtsbeschreibung:


Größere Kartenansicht

Taschen-Saisonkalender zum Ausdrucken

Um lange Transportwege von Nahrungsmitteln zu vermeiden und so unseren ökologischen Fussabdruck zu reduzieren, ist es sinnvoll regional und saisonal einzukaufen. Doch da alle Obst- und Gemüsesorten zu jeder Jahreszeit immer verfügbar ist, ist es manchmal schwierig den Überblick zu behalten, was in Deutschland eigentlich grade wächst. Wir haben deswegen für euch einen Kalender entwickelt, den ihr euch selbst ausdrucken könnt und der in jede Tasche passt.

Abbildung des saisonkalenders in Farbe und Schwarz-Weiß

Hier könnt ihr den Kalender runterladen

Anleitung

  • Wenn ihr den Kalender ausdruckt, achtet darauf, dass er nicht von eurem Druckprogramm skaliert wird (siehe Foto).

Keine Anpassung der Seitengröße an das Papier einstellen

  • Der Kalender muss doppelseitig bedruckt werden. Wenn euer Drucker doppelseitig (Duplex) drucken kann, wählt die Option “Bindung kurze Kante aus”. Wenn euer Drucker nicht doppelseitig drucken kann, müsst ihr das Papier selbst noch einmal einlegen und so drucken, dass Vorder- und Rückseite so aussehen, wie in der Datei, wenn ihr das Blatt im Querformat anschaut und wendet (auf der Rückseite des Septembers muss z.B. der Juli sein).

Wie ihr den Kalender schließlich falten müsst, zeigen wir euch in diesem kurzen Video:

Wie aus Lebensmitteln Produkte wurden

„Zu gut für die Tonne“, eine Studie der Uni Stuttgart, ermittelte wie viele Lebensmittel in Deutschland weggeworfen werden. Außerdem versuchten die Autoren der Studie zu erklären, warum deutsche Privathaushalte so viele Lebensmittel wegwerfen (im Schnitt knapp 82 kg pro Jahr). Ein Grund sei das private Haushalte Lebensmittel nicht genügend zu schätzen wissen. Doch woran liegt das eigentlich?

Das Leben im Überfluss

In der Langfassung der Studie heißt es weiter, dass „Haushalte in der westlichen Welt […] in einer Konsum-, Überfluss- und Wegwerfgesellschaft [leben]“. Dies wirkt sich auch auf den Umgang mit Lebensmitteln aus. Durch die ständige Verfügbarkeit werden Lebensmittel für die Deutschen weniger wichtig, sind weniger wert.

Das macht sich auch am Preis bemerkbar. Da sich Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu einer Wohlstandsgesellschaft entwickelt hat, sind Lebensmittel für deutsche Haushalte vergleichsweise billiger geworden. Während Haushalte 1950 noch etwa 50 % ihres Haushaltsbudgets für Lebensmittel ausgaben, waren es 2012 nur noch knapp 11 %  des verfügbaren Einkommens.

Im Europa-Vergleich zahlen Deutsche sehr wenig für ihre Nahrung. Im Eurostat-Jahrbuch 2012 wurde ermittelt, dass nur Luxemburg (9,2 %), Großbritannien (9,4 %), Irland (9,8 %), Österreich (10,2 %) und die Schweiz (10,7 %) weniger ihres Haushaltsbudgets für Lebensmittel ausgeben. Wenn Nahrung die Haushaltskasse nicht mehr schwer belastet, tut auch das Wegwerfen nicht so weh.

In anderen europäischen Ländern, in denen das Wohlstandsniveau niedriger ist, wird deutlich mehr vom Haushaltsbudget für Nahrung ausgegeben. Den größten Anteil ihres Einkommens geben zum Bespiel Rumänen für Lebensmittel aus (29,1 %). In Entwicklungsländern geben Menschen sogar bis zu 80% ihres Einkommens für Nahrungsmittelaus.

Das wir Nahrung nicht mehr richtig zu schätzen wissen ist auch ein Generationenproblem. Menschen, die einmal Lebensmittelknappheit erlebt haben, gehen insgesamt sorgsamer mit Lebensmitteln um. Deshalb wissen nach 1950 geborene Deutsche Lebensmittel auch weniger zu schätzen. Menschen in Wohlstandsgesellschaften scheinen einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln zu verlernen. Dieses Problem wird sich wahrscheinlich noch verschlimmern. Spätestens wenn die Generation, die den zweiten Weltkrieg miterlebt hat, ausstirbt und ihre Erfahrungen nicht mehr an Kinder und Enkelkinder weitergeben kann.

Lebensmittel als Produkte

Lebensmittel im Supermarkt

Lebensmittel im Supermarkt sind häufig in Plastik eingepackt, alle entsprechen der Norm

Lebensmittel werden in deutschen Supermärkten außerdem zunehmend als rein industrielle Produkte präsentiert. Alle Karotten sehen gleich aus. Laut eines Spiegel-Artikels verlässt eine Fünftel der Ernte in Europa gar nicht erst den Bauernhof. Lebensmittel-Normen verhindern, dass Obst und Gemüse, das anders aussieht, im Supermarkt ankommt. Der Grund: nicht schön genug.

Deshalb findet man einen Apfel mit Delle im Supermarkt auch nicht und wenn doch, wollen ihn die meisten Kunden nicht haben. Obst und Gemüse sind oft steril  in Plastik verpackt. Zudem sind die Regale in den Supermärkten meist bis spätabends prall gefüllt und dank Globalisierung ist jedes Obst und Gemüse zu jeder Jahreszeit erhältlich. Eine Saison gibt es in deutschen Supermärkten nicht. Das führt dazu, dass der Verbraucher die Nahrung zunehmend als reines Industrie-Produkt wahrnimmt. Er verliert den Bezug dazu, wie Lebensmittel entstehen, woher sie kommen.

Lösung?

Ein Gegentrend könnte man in der Bio-Bewegung sehen. Verbraucher sind wieder bereit mehr Geld für ihre Lebensmittel auszugeben. Allerdings ist Bio mittlerweile in den Discountern angekommen. Auch hier werden Preise gedrückt, Obst und Gemüse werden in Plastik eingeschweißt. Oft überqueren die Lebensmittel auf dem Weg zum Verbraucher sogar Ozeane.

Der einzelne Verbraucher kann natürlich versuchen sich besser zu informieren. Er kann regional kaufen, vielleicht sogar direkt beim Hersteller. Habt ihr weitere Ideen, wie man dagegen vorgehen kann, dass sich Verbraucher zunehmend von ihrer Nahrung entfremden? Was können wir tun, damit Lebensmittel wieder mehr als das wahrgenommen werden was sie eigentlich sind – Mittel zum Leben? Auf eure Vorschläge sind wir gespannt!

Warum wir noch eine Reportage über Lebensmittelverschwendung machen

In den letzten Jahren erfährt das Thema Lebensmittelverschwendung große mediale und gesellschaftliche Aufmerksamkeit. In Deutschland hat besonders Valentin Thurn die Debatte mit seinem enthüllenden Dokumentarfilm „Taste the Waste“ (2011) angestoßen. Durch Aufnahmen auf vier verschiedenen Kontinenten dokumentiert Thurn globale Zusammenhänge. Der Zuschauer erfährt, welche Konsequenzen die Globalisierung der Lebensmittelindustrie hat.

Inspiriert von Thurns „Taste the Waste“ haben auch wir uns verstärkt mit der Verschwendung von Lebensmitteln beschäftigt. Wichtig erschien es uns von Anfang an positiv mit der Thematik umzugehen, welchen Bezug Menschen zu Lebensmitteln haben. So steht bei unserem Film „We love food“, an dem wir gerade arbeiten, weniger die Lebensmittelverschwendung z.B. von Supermärkten im Vordergrund. Uns ist es wichtiger unterschiedliche Ansätze und Alternativen im Umgang mit Lebensmitteln aufzuzeigen.

Unser Ziel ist es deshalb bei unserer Reportage vor allem auf einer persönlichen Ebene zu bleiben. Neben Menschen aus unserem Umfeld werden auch Institutionen (Tübinger Tafel, das Gemüse-Abo Weiss und das Fraunhofer Institut) gezeigt und zu ihrer Wertschätzung und ihrem Umgang mit Lebensmitteln befragt. Im Fokus steht dabei der persönliche Umgang mit Essen – ohne diesen zu bewerten. Der Kerngedanke unserer Reportage lautet dabei stets „Schätze dein Essen und mach dir Gedanken!“. Die Begriffe Wertschätzung, Nachhaltigkeit und Bewusstsein stehen dabei im Vordergrund.